Fahrt durch ALBANIEN
Nachdem wir das antike Theater angesehen hatten und auch nochmal im Hellen die krassen Gegensätze in der Stadt gesehen hatten machten wir uns auf die Fahrt durch die Schnellstraße durch die Landesmitte bis zur griechischen Grenze. Die Bilder habe ich schon bei Tag 6 mit reingepackt.
Als wir aus der Stadt kamen, änderte sich das Bild. Es waren nicht mehr so viele Autos unterwegs, es gab viel viel weniger Tankstellen, das war übrigens irre, was dort vor Durres für eine Dichte war, wir hatten den Eindruck manchmal jeden Kilometer oder noch öfter.
Auf der vierspurigen Schnellstraße, die weitestgehend in einem besseren Zustand war als vor Durres, man konnte sie überall gut und problemlos und auch kostenlos befahren, kamen uns dann Geisterfahrergefährte entgegen. So halb auf der rechten Seite und dem Standstreifen mal ein Schubkarren mit Heu oder sonstigen landwirtschaftlichen Produkten oder mal ein ganz altmodischer Traktor. Da es in einem weiten Tal einfach gerade aus ging, sah man sie allerdings deutlich im Voraus, keine Gefahr also, deutlich wurde dabei aber wieder dieser starke soziale Unterschied in der Bevölkerung. Zu unserem Leidwesen loderten auch wieder überall Feuer, wo voraussichtlich, dem Gestank nach zu urteilen wieder Müll verbrannt wurde. Die Rauchschwaden durchzogen manchmal das ganze Tal. Auffallend war auch hier, dass die breiten Flussbetten sehr ausgetrocknet waren, der Klimawandel ist eben überall sichtbar.
Die Fahrt führte dann wieder etwas durch bergigere und somit auch interessantere Landschaften bis zu unserem nächsten Zielort, der Weltkulturerbestadt
Gjirokastar
Stadt der Steine oder auch Stadt der tausend Stufen wird die Stadt auch genannt. Man konnte mit dem Auto gut hochfahren, die Stadt liegt an den Berg geschmiegt, bis zu einem Parkplatz. Von dort aus hatte man einen guten Blick auf die Steinhäuser, interessanterweise mit Steinplatten bedeckt und konnte gut in die schöne Altstadt laufen.
Hier bekamen wir jetzt einen angenehmen Eindruck von Albanien. Man begegnete dort in der Altstadt, die sehr touristisch geprägt ist, ganz „normalen“ Leuten, keinen besonders Betuchten, aber auch keinen besonders Armen. Wir sind mal durch die Stadt gebummelt und haben unser letztes albanisches Geld gezählt, denn das meiste hatten wir gerade verzankt, denn auch der Sprit ist viel günstiger als in Griechenland.
Bei einem kleinen Restaurant einer älteren Dame, die auch Wein und andere Besondere Spezialitäten verkaufte, aßen wir dann eine Kleinigkeit, genau soviel wie wir uns noch leisten konnten. Die Frau konnte kein Englisch, die Verständigung war schwierig, aber gleich gesellte sich ein junges Mädchen aus dem Nachbarhaus hinzu, die übersetzte. Getränke gab es dann nur in Dosen – leider – man fragt sich auch, warum das sein muss, aber das Essen war sehr gut. Ich bekam und damit hätte ich ja nie gerechnet vegetarische Frikadellen, mit frischen Kräutern und dazu selbst gebackenes Brot. Ich denke es waren die besten die ich je gegessen hatte. Als wir bezahlten, wollte sie mir unbedingt das Restgeld zurück geben, ich signalisierte ihr, dass das für sie ist, worauf sie sich überschwänglich und lieb bedankte.
Insgesamt waren die Albaner mit denen es wir zu tun hatten, das Personal im Hotel, der Frau im kleinen Restaurant und dem Tankwart alle sehr freundlich. Eine interessante Begegnung hatten wir auch noch. In den vielen Läden, die alle fast die gleichen touristischen Waren versuchten zu verkaufen, sprach uns eine junge Frau im besten Deutsch an. Ich meinte zu Burkhard, Wahnsinn, wie billig die hier Silberohrringe anbieten, für 2 oder 3 Euro. Die junge Frau meinte zu mir ich solle aufpassen, das sei kein echtes Silber, sie hätte im Laden drinnen echt Silberne, wenn ich Interesse hätte. Klar fragte ich sie, warum sie so gut Deutsch spricht. Sie erklärte uns sie war als Jugendliche ein paar Jahre in Paderborn mit Ihren Eltern. Die durften ein paar Jahre bleiben und auch arbeiten, wollten gerne bleiben, aber sie mussten wieder zurück. Ich fragte sie dann noch, ob viele deutsche Touristen hier durchkommen und ihr die Sprachvorteile etwas nützen. Sie meinte im Sommer schon einige, aber jetzt nicht mehr. Ihre Ohrringe gefielen mir leider nicht, so dass wir ihr dann leider nichts abkauften. Wir wollen die Wohnung ja nicht mehr weiter mit Mitbringsel vollstellen, wenn es nicht etwas ganz besonderes ist.
Also fuhren wir weiter Richtung griechische Grenze zum Grenzübergang Kakavias, durch eine sehr schöne Berglandschaft, auf der gut ausgebauten Schnellstraße SH 4. Dort mussten wir uns erstmal wieder in eine Schlange einreihen und es wurden wieder mal die Griechen und Albaner scharf kontrolliert, man kam aber nicht vorbei, so dauerte es doch etwas. Aber dann –
YIPPIE WIR SIND IN GRIECHENLAND !!!
Die Griechen waren die ersten, die hinsichtlich Corona richtig kontrollierten. Eine Dame eingehüllt in einen medizinischen Plastikumhang mit Maske und Gummihandschuhen kontrollierte unsere Corona-Pässe und unseren Ausweis vorab. Als ich ihr auch noch mein elektronisches Einreisezertifikat zeigte (QR-Code) war sie sehr begeistert. Man musste sich 24 Stunden vor der Einreise online anmelden, genau für diesen Grenzübergang und es hieß man kommt ohne nicht rein. Vor uns waren aber wieder nur Griechen und Albaner und auch hier dauerte es, weil auch die Griechen die Einreise streng kontrollierten, beim Zoll mussten einige Fahrer alles ausladen und wir leider dahinter. Wenn sie merkten wir sind Deutsche, wollten sie nichts von uns, wir konnten überall unbehelligt, ohne eine weitere Kontrolle passieren, sobald Platz war vorbei zu fahren.
Zunächst fuhren wir dann in Griechenland bis zur Autobahn nach Ioannina über eine Schnellstraße, die wir als nicht ganz so gut empfanden, dann ging es das erste Mal relaxt über die fast leere sehr gute ausgebaute griechische Autobahn.
Wir hatten nicht mit einer Zeitumstellung gerechnet von einer Stunde gerechnet. Damit wir nicht im Dunkeln mit der Fähre fahren und dann noch Hotel suchen, einchecken etc. haben wir uns unentschieden und zwar für
PARGA
Sehr gute Entscheidung – wir würden ja bleiben, aber unser gerade erst gefundenes griechisches Lieblingsrestaurant macht morgen zu. Es war eine Empfehlung unseres Hoteliers Alexis. Unser erster Eindruck – die Leute sind super nett und freundlich. Alexis kümmerte sich rührend darum, dass wir einen Parkplatz fanden, er fuhr mit Burkhard im Ort herum. Es war eine Hochzeit und der Parkplatz an der Kirche, wo wir parken sollten war voll. Das kleine Hotel ist direkt in den Gassen der kleinen Altstadt mit alter venezianischer Festung, mit dem Auto nicht zu erreichen. Alexis meint in Parga hat die Polizei nichts zu tun – die Kriminalitätsrate ist bei absolut 0 %, wir könnten also alles im Auto lassen. Wir vertrauten darauf und haben in einer Tasche nur das Notwendigste mitgenommen.
Ein paar Fotos vom Strand konnten wir noch machen, bis die Sonne ganz unterging und es dunkel wurde. Es ist ein schöner, kleiner Urlaubsort, mit einer tollen Strandpromenade, vielen Restaurants und Bars, aber alles sehr schön gemacht und natürlich einem schönen Sandstrand. Keine großen Hotels, was will man mehr!
Heute kann ich die beiden letzten Einträge nicht mehr fertig schreiben.
Morgen am Vormittag fahren wir mit der Fähre nach Korfu – da bleiben wir 3 Tage, da kann ich, so hoffe ich aufholen. Jetzt bin ich müde – Akku leer, beim iPad und mir.
Update Parga
Alexis gab uns eine super Restaurantempfehlung, es war eines der vielen schönen Restaurants an der Strandpromenade. Klar um diese Jahreszeit war es nicht mehr voll, so hat sich der so freundliche Chef des Hauses viel Zeit gelassen und sich sehr gut mit uns unterhalten. Es war sein vorletzter Öffnungstag in der Saison erzählte er uns – von November bis April macht er immer zu. Nachdem ich ihn fragte wo es denn in Urlaub hingeht, kamen wir länger ins Gespräch. Nein, sie bleiben hier. In der Saison haben sie keinerlei Zeit für irgend etwas, nur arbeiten 10-12 Stunden und immer im Stress. Die Familie und alles andere kommt viel zu kurz und jetzt ist dies alles dran. Dann natürlich Renovierungen, Planungen, Verwaltung, Buchhaltung etc. Und trotzdem genießen Siedler Zeit. Er freute sich schon sehr so gut gelaunt er war. Und dann das Essen, super lecker, der Wein sehr gut – das war für unseren Griechenlandeinstieg alles wunderbar. Ich gönnte mir einen Nachtisch ein Champagner-Sorbet mit Rosenzucker. Der Chef erklärte mir, dass er den Zucker aus einem Kloster bezieht, die das in langer Tradition herstellen.
Also fahrt mal nach Parga – das solltet ihr mal essen und Parga ist sehr schön. Hier würde ich auf jeden Fall noch einmal Urlaub machen und die schöne Umgebung, grüne Berge und das Meer und ein schönes Hinterland mit Schluchten und Wandermöglichkeiten, zudem nicht weit zu den Metoera-Klöstern. Aber etwas früher, wenn alles noch offen ist, aber nicht mehr voll. Na mal sehen was die Zukunft bringt, wir müssen ja auch die Burg noch sehen.
























