Erstmal haben wir etwas länger geschlafen, denn es war ja viel Regen bis Mittag angesagt. Dann die Überraschung – unser Museumsbesuch musste ausfallen – mangels Regen. Als ich um 09:15 Uhr den Laden öffnete, war es zwar nass – kein Regen mehr – und die Sonne ließ sich schon blicken. So begannen wir den heutigen Tag mit einem Spaziergang durch die Fußgängerzone, die ja genau bei uns am Hotel beginnt zum grünen Markt inkl. Fischmarkt. Wir frühstückten also zwischen den Korfioten. Wahnsinn, was sie da für Fische anboten, solche hatten wir noch nicht gesehen.
Ich fotografierte noch einiges in der Altstadt, integriere aber alle Bilder zu den Korfu-Stadt Bildern. Wenn ihr Lust und Interesse habt könnt ihr sie in der Bildergalerie vom 8. Tag ansehen.
Unser heutiger Ausflug führte uns an von mir vorab ausgesuchte Orte und Strände an der Westküste. Diese gefiel uns viel viel besser und wir würden nur hier einen Urlaub auf Korfu empfehlen.
1. Ziel – Paleokastritsa
Lt. Reiseführer gilt er vielen Korfioten als schönster Ort der Insel. Ich kann dem zustimmen, er ist landschaftlich wunderschön gelegen. Der Ort liegt an zwei gegenüberliegenden Buchten zwischen wirklich eindrucksvollen Felsküsten. Im Sommer soll hier täglich Marktatmosphäre auf den Straßen herrschen, wir aber konnten die Ruhe mit fast keinen Menschen genießen – das war sehr angenehm und dazu hatten wir am Strand im Schatten 23 Grad und ich war mit den Füßen im noch angenehm warmen Wasser.
Die Bildergalerie beginnt mit den tollen Eindrücken von oben.
Sehr neugierig waren wir auf die Blumenpracht hinter weißen Klostermauern auf dem steilen Bergabhang und wir wurden nicht enttäuscht – die Serpentinen haben sich gelohnt. Laut Reiseführer ohne Zweifel das schönste Konvent auf Korfu.
2. Ziel – das Bergdorf Dukádes
Wir kamen einer Essensempfehlung des Reiseführers nach, hatten Bedenken, dass die Taverna Elizabeth bestimmt schon geschlossen hat, aber riskierten diesen Umweg. Wir hatten Glück und waren einfach nur hin und weg von dem guten Essen. Es werden traditionell korfotische Gerichte nach den alten Rezepten der Oma gekocht. Wir entschieden uns für das sofrito, ein in Essig und Knoblauch marinierter, in Weinsoße und Kräutern geschmorter Kalbsbraten. Sie fragte ob wir Potatoes dazu wollten, was wir bejahten, es waren dann aber selbstgemachte Pommes – gut Kartoffeln sind es auch, aber das passte nicht so ganz. Das Fleisch und vor allem die Soße waren so lecker, dass wir den letzten Tropfen Soße mit dem Brot, das wir zu unserem Kraut- und Karottensalat erhielten, vom Teller nahmen. Das registrierte die Schwiegertochter der Gründerin Elizabeth ( vor 60 Jahren), und freute sich sehr. So bekamen wir noch einen kostenlosen Nachtisch – griechischen Joghurt mit Honig und Äpfeln und kandierten Aprikosen. Ich fragte sie nach einem kleinen Löffel, wir hatten nur Kuchengabeln bekommen und sie lachte aus vollem Halse. Ich löffelte alles so gut es ging aus und hatte ihr Herz erobert. Wir unterhielten uns auch mit ihr, denn sie wollte wissen wo wir her sind und ob wir morgen abreisen. Wir erklärten ihr unsere Tour mit dem Auto mit dem Ziel des Besuches meines Neffen mit Freundin in Athen. Sie war begeistert und meinte, das sei doch gefährlich durch die ganzen Länder zu reisen, was wir verneinten, es gab keinerlei Probleme. Am Ende meinte sie hoffentlich sehen wir uns einmal wieder, sie fasste sich mehrmals an ihr Herz, bedankte sich und wünschte uns alles Gute. Wir haben jetzt schon so viele, sehr freundliche und herzliche Menschen kennengelernt – einfach nur toll. Vielleicht erzähle ich zu viel vom Essen, aber wir sind jetzt 4 Tage in Griechenland und haben jeden Tag so super gut gegessen, dass wir ganz begeistert davon sind.
Gestärkt und glücklich ging es weiter
3. Ziel Agios Górdis Beach
Auch ein schöner Westküsten-Sandstrand. Ab hier beginnen die Steilküste, diese ist von einem großen Felsen im Süden begrenzt. Die Fahrt war schon ganz schön kurvenreich und als wir die Gelegenheit hatten die Bucht zu sehen entschieden wir uns nicht hinunter zu fahren. Die Zeit war schon weit fortgeschritten und wir hatten ja noch 2 Ziele und das letzte war der Sonnenuntergang und das wollten wir nicht verpassen. Von oben sieht es aus wie ein schöner Urlaubsort, wobei mich das große Hotel am Ende schon stört.

4. Ziel – Pélekas
Ein kleiner Ort am Hang, Treffpunkt der alternativen Szene. Wir wollten zum 2 km unterhalb liegendem Strand. Oh jeh, war das eine Straße, eigentlich kann man es nicht so nennen. Eine schmale Piste mit vielen engen Kurven und vielen Schlaglöchern. Es war kein Schild und nichts und plötzlich standen wir an der Holzterrasse mit Liegestühlen eines großen Terrassenhotels, das sie dann hier inzwischen hingebaut haben. Das war nicht schön, rückwärts wieder steil hoch, das war keine Option. Umdrehen aber eigentlich auch nicht alles viel zu eng. Aber Burkhard hat es gut gemeistert, ich war ausgestiegen und hatte gewunken. Zunächst musste er aber ein bisschen auf die Holzterrasse fahren – ein Glück, dass das Hotel geschlossen und kein Mensch weit und breit war. Die Kupplung stank wieder ein bisschen, war ja vor kurzem schon einmal, wir hoffen sie hält durch.
Durch den Ort, der steil am Hang liegt, wieder sehr enge und kurvige Anfahrt, ging es dann zu unserem letzten Ziel auf Korfu.
5. Ziel – Kaizer’s Throne oder heute bürgerlich Sunset-Point
Es ist der schönste Ort um den Sonnenuntergang auf Korfu zu beobachten. Der Kaiser Wilhelm kam hierher um ihn zu betrachten. Es gibt ein Restaurant, so könnte man, wenn es offen hätte einen schönen Wein dort genießen. Aber wie hat unser Wirt gestern so schön zu mir gesagt – but Madame it‘s November. Also diese Zeit hat definitiv Vor- und Nachteile, wie eigentlich alles im Leben. Es gibt auch noch einen Aussichtsturm von dem aus man in alle Himmelsrichtungen schön auf die Insel blicken kann. Leider war es inzwischen wieder diesigere geworden. Die Sonne soll übrigens hier beim untergehen langsam über die Hügel rollen, aber das geht jetzt nicht mehr, die Sonne geht in dieser Jahreszeit schon vor den Bergen unter. Wir dachten erst wir sehen nichts, eine große Wolke versteckte die Sonne, aber dann kam sie unten langsam wieder raus, das war toll. Richtig rot wurde der gesamte Himmel nicht, hat sich aber trotzdem gelohnt.
Zurück in der Stadt nahmen wir mit einem Glas Wein und Burkhard mit Bier – bei 20 Grad um 20:30 Uhr – Abschied von Korfu am Hauptplatz mit Blick auf die schönen Arkaden. Das witzige war, sie hatten die gleichen Gartenstühle wie wir, so konnten. Wir uns dann richtig zuhause fühlen.
Korfu war auf jeden Fall eine Reise wert. Es war sehr gut, dass wir in Korfu-Stadt übernachtet haben, denn im Landesinneren war doch schon viel geschlossen, wie schon erwähnt. Um die Ecke in der Fußgängerzone konnten wir gut am Abend nochmal bummelnd noch ein Bierchen oder einen Wein trinken.
Wir hatten eine sehr schöne Zeit und wieder einmal tolle Eindrücke. Morgen früh um 09:15 Uhr verlassen wir die Insel und setzen über. Athen rückt immer näher. Unsere morgige Station ist erstmal Nafplion am Peloponnes. Wir werden bei einem griechisch/deutschem Bäckerehepaar übernachten.














































































