16. Tag – 08.11.2021

HEUTE WAR DER WENDEPUNKT UNSERER REISE

Wir verließen heute Athen und befinden uns auf der Rückreise ! Bis dahin sind wir 3.280 km gefahren.

Zwei Dinge wollten wir heute morgen noch erledigen. Wir waren noch auf dem Athener Wochenmarkt, der ja gestern geschlossen hatte. Danach mussten wir noch zum Busbahnhof Kifissiou und dort Burkhards Jacke abholen.

Der Wochenmarkt war sehr beeindruckend und sehr ursprünglich. In der großen Markthalle ist nur ein Fleisch- und ein Fischmarkt. Hier kaufen vor allem auch die Gastronomen ein. Auf der anderen Straßenseite sind dann noch im Freien Obst und Gemüsestände, sowie einige Händler die Bohnen, Linsen, Reis etc., lose aus Säcken verkaufen. Hier haben wir uns mit drei verschiedenen Bohnensorten eingedeckt, die wir im nächsten Jahr im Garten anbauen möchten. Gestern beim Abendessen war ja eine unserer Speisen Fava Bohnenpüree mit Oktopus. Das war so lecker, da haben wir uns gleich heute morgen mit Fava Bohnen eingedeckt, sie sind sehr klein und sehen fast eher aus wie Linsen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Böhnchen auch in unserem Klima wohlfühlen. Die Gegend um die Markthalle ist eine viel ärmere Wohngegend, als wir sie bisher gesehen hatten und Läden hatten sie da – Wahnsinn, wie in Süditalien auch, so Allzweckläden, die vollgestopft sind und wirklich alles haben. Burkhard wollte dann doch nicht ein bisschen darin stöbern, sie haben ja seit Samstag die Coronaregeln verschärft. In den Geschäften muss man Maske tragen und einen Cov-Pass vorzeigen. Das ist in völlig in Ordnung, aber das macht doch dann keinen Spaß und muss dann ja auch nicht sein. Es ist jetzt sogar so, dass wir gestern im Außenbereich der Gastronomie den Pass vorzeigen mussten.


Burkhard hat nachgefragt, der große Fischkopf auf den Bildern ist ein Hai.

Ja und dann der Busbahnhof. Das war auch was sehr Originelles, was es bei uns so nicht gibt. Burkhard hatte in unserer schönen Pension in Náfplion seine Jacke vergessen. Ute, die sehr nette Gastgeberin rief uns an, als wir schon gut über eine Stunde Fahrtzeit entfernt waren. Sie erklärte sich bereit uns die Jacke nach Athen nach zu senden. Sie erklärte mir am einfachsten ist es sie in den nächsten Bus zu geben, dann reist sie hinter uns her, wir könnten wir sie dann am Busbahnhof Kifissou abholen, sie wird dort eingelagert. Ein Glück, dass es Navigations-Apps gibt. So war es einfach herauszufinden wo das ist, es lag auf unserem Weg zur Autobahn, in einer Industriezone. Die Ausgabe ist nach Regionen gegliedert, aber ich konnte nichts lesen, alles war in griechischen Buchstaben. Ich sprach einen Herrn am ersten Schalter an, er sitzt auf dem Bild vor seiner Ausgabestation. Er beäugte mich recht ungläubig, ich zeigte ihm unseren eingescannten Abholschein. Er grinste und ging auf ein Regal zu und übergab mir eine Papiertüte mit der Jacke. Es war auch mal eine sehr interessante Erfahrung. Wie heißt es „andere Länder, andere Sitten“.

Dann lag eine gut 4-stündige Autobahnfahrt vor uns. Ziel war ein Bergsteigerdorf am Olymp. Dort wollten wir dann noch am nächsten Morgen die Ausgrabungen einer früheren Königsstatt im Nachbarort Dion besichtigen.

Aber die Götter waren uns nicht wohlgesonnen. Der Olymp war unsichtbar, verdeckt im Dunst. Es war ja schon ein Wetterwechsel angekündigt, auch in Athen war es bewölkt, aber auch die Sonne ließ sich noch blicken. Schon auf der Fahrt lag Nebel auf dem Meer und je weiter nördlicher wir kamen, um so mehr zog es sich zu, aber es war noch warm mit 20 Grad. So überlegten wir noch, ob wir nur die Ausgrabungen ansehen und weiterfahren. Die waren aber nur bis 15:00 geöffnet und es war schon knapp halb 3, also hätten sie uns nicht mehr eingelassen.

Es war das erstmal, dass wir Pech hatten auf unserer Reise.

Wir haben uns dann entschieden gleich nach Thessaloniki weiter zu fahren. Ich suchte ein Hotel heraus, das wir dann ansteuerten. Bei der Anfahrt viel uns schon auf, dass Thessaloniki eine viel „ärmere“ Stadt sein muss als Athen. Sie bietet auch nicht so viel anzuschauen, denn Anfangs des letzten Jahrhunderts ist die Altstadt abgebrannt. Wenn wir wieder Glück haben und der Wetterbericht stimmt und die Sonne lässt sich wieder ab und zu blicken, haben wir vielleicht noch eine Chance den Olymp von der Oberstadtdirektor aus zu sehen.

Inzwischen knurrten unsere Mägen und wir machten uns auf ins Zentrum. Wir hatten immer in den vergangenen Tagen zu viert verschiedene Vor- und Hautspeisen gewählt und dann geteilt, so ist das bei denn Griechen üblich. So bestellten wir in gewohnter Weise ein paar Dinge und irgendwie bedachten wir scheinbar wohl nicht so ganz, dass wir nicht mehr zu viert sind. Nein, sie brachten so große Portionen von allem. Es war uns sehr unangenehm, wir wollen ja kein Essen wegschmeißen, aber wir konnten beim besten Willen nicht alles essen. Ich wollte heute nur ein paar vegetarische Dinge essen, habe aber Burkhard dann doch noch bei seinem Fleisch geholfen. Sie brachten uns dann auch wieder ein kostenloses Dessert. Das war sehr lecker, aber wir konnten auch das nicht mehr essen, womit wir den Kellner dann leider auch enttäuschen mussten.


Bei einem kurzen Rundgang zum Meer und zum Hauptplatz der Stadt und der Haupteinkaufsstraße haben wir dann noch einen positiveren Eindruck der Stadt bekommen. Zudem haben sie an der Straße am Meer zwei tolle, breite Fahrradspuren angelegt, das hatten wir bisher noch nie gesehen. In den Auslagen konnten wir schon die süßen Leckereien besichtigen, für die Thessaloniki auch berühmt ist.

Trotz der langen Fahrt von ca. 5 Stunden, sind wir heute doch noch 6,7 km gelaufen. Aber uns es steckten die vielen km aus Athen noch in den Gliedern, alleine gestern sind wir 20 km gelaufen und das immer rauf und runter. So waren wir heute sehr doch sehr müde und haben im Hotel erstmal entspannt.

Morgen werden wir dann die Stadt erkunden.