19. Tag – 11.11.2021

Hellau erstmal an alle Karnevalisten unter euch.
Kein Faschingsscherz! Wir sehnen uns nach unserem Kachelofen.

Wir sind wohlbehalten und gesund in Belgrad angekommen. Wir haben uns doch zu einer Übernachtung hier entschlossen, da die Coronazahlen hier jetzt geringer angegeben werden als in Kroatien, aber bei uns ist es ja nicht viel besser in Bayern sind sie ja genauso hoch, stellenweise höher. In Nordmazedonien sind die Zahlen angeblich mit 140 ( Angabe auf tagesschau.de ) ziemlich gering gewesen und trotzdem ist es als Hochrisikogebiet eingestuft. Irgendwie ist diesen Zahlen überhaupt nicht zu trauen – so ist es für uns gerade mal egal wo wir sind, wir müssen gut aufpassen, Glück haben und hoffen, dass uns die Impfung weiterhin schützt. Trotzdem sind wir jetzt irgendwie froh nach Hause zu kommen. Hier achten sie ja irgendwie auf gar nichts mehr, fast keiner trägt Maske und Abstand halten sie auch nicht.
So haben wir beschlossen keinen Stopp mehr in Zagreb zu machen. Es ist schlechtes Wetter vorhergesagt und eine weitere Stadtbesichtigung bei der Kälte macht uns keinen Spaß. Wir werden morgen über die Alpen fahren, mal sehen wie weit wir dann noch kommen. Irgendwo in der Nähe der Autobahn übernachten wir, wahrscheinlich noch in Österreich, denn durchzufahren bis nach Hause ist zu weit. Wenn jetzt wirklich auch noch Österreich als Hochrisikogebiet eingeschätzt wird und neue Maßnahmen ab Sonntag gelten, wollen wir auf jeden Fall schon über die Grenze sein.

Um 13:30 Uhr sind wir heute in Belgrad angekommen. Wir hatten noch einen schönen sonnigen Nachmittag mit 14 Grad. Am Spätnachmittags wird es schon kälter und wenn die Sonne dann weg war und das ist ja schon so gegen 17:00 Uhr, haben wir, weil wir den ganzen Nachmittag draußen waren, gefroren wie die Hunde bei angezeigten 5 Grad.

Wir lasen im Vorfeld so viel Positives über Belgrad, u.a. auch coolste Stadt weltweit und waren sehr neugierig. Wir haben ein paar interessante Dinge gesehen, u.a. auch den interessanten Zusammenfluss der Save mit der Donau, den Verlauf mit den vielen Inseln, ein paar gut erhaltene Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, Klassizismus und Barock, von österreichischen Architekten geplant und die Festung, die schon römische Ursprünge hat bis ins 18. Jahrhundert aber immer wieder umgebaut wurde. Es gibt Wallanlagen, Mauern, Tore und einen Turm auf den man hochsteigen kann zu besichtigen. Eine Säule zur Befreiung Altserbiens und des Kosovos nach 350 Jahren türkischem Jochs wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aufgestellt. Alles ist eingebettet in einen weitläufigen Park in dem dann auch noch ein Denkmal für die Franzosen aufgestellt ist, die mit Serbien im 1. Weltkrieg verbündet waren.

Interessant ist noch gewesen, dass wir uns ein Hotel genau in der Fußgängerzone Skadarlija ausgesucht haben, die lt. Beschreibung einen Hauch davon erahnen lässt, wie Belgrad im 19. und 20. Jahrhundert ausgesehen haben muss. Pubs, Restaurants, Musikcafes und Galerien säumen die Straße. Viele haben aber ihre Außentische schon zur Seite gepackt und draußen war kaum mehr was los, klar bei den Temperaturen, was dem ganzen natürlich die Atmosphäre nimmt. Das ist dann eben dem Novemberurlaub zuzuschreiben. Das lässt dann machen doch in einem anderen Licht erscheinen.

Skadarlija-Fußgängerzone:

Festung:

Blick von der Festung auf die Save und die Donau:

Sonnenuntergang auf der Festung:


Impressionen aus der Stadt:

Auch hier verkauft man auf ähnliche Weise Bücher wie in Nordmazedonien.

Wir haben in einem schönen Café halt gemacht und erst als wir drinnen saßen, haben wir beobachtet, dass man das Haus von draußen fotografiert und eine Reiseleiterin Erklärungen abgibt. Ich habe dann mal ein Bild gemacht und später gelesen, dass es das älteste Café Belgrads ist. Es wurde 1826 eröffnet und hatte die Bezeichnung „zur Kathedrale“, was der Kirche ein Dorn im Auge war, so wurde es in Café umgewandelt, so heißt es noch heute. Mir hat mein erster Kuchen im Urlaub, ein Käsekuchen aus Frisckäse mit Himbeeren sehr gut gemundet.

Auch hinter der aufgepeppten und herausgeputzten Fußgängerzone der Innenstadt sieht es in der 2. Reihe schon wieder ganz anders aus.

An der Nationalbank hat sich am Ende der Nationalbank noch ein neuer, sehr verfrorener Wachmann blicken lassen.