18. Tag – 10.11.2021

Es war wohl so gedacht, dass wenn wir zurück reisen uns so langsam an das Wetter, was zu Hause auf uns wartet, wieder gewöhnen sollen. Also der Wendepunkt unserer Reise bezieht sich nicht nur auf die Rückfahrt.
Es hatte heute Nacht geregnet, die Straßen waren etwas nass und als wir ein Stück gefahren waren, nieselte es etwas, hörte dann wieder auf. Es hatte 10 5 Grad, ein richtiger Einbruch. Es war genauso diesig wie die letzten zwei Tage – also keine Sicht – mit den Göttern haben wir es wirklich nicht.

Auf eine Verlängerung auf dem mittleren Chalkidifinger – nach Sathonia – haben wir verzichtet. Bei diesem Wetter ohne Sicht, macht eine Fahrt an der schönen Küste entlang keinen Sinn. Nach unserer Erfahrung dachten wir auch, dass die Hotels und Restaurants dort weitgehend geschlossen sind, dieses Risiko wollten wir jetzt auch nicht mehr eingehen, da es dort eh nicht so viele Hotels gibt.

Also machten wir uns auf den Weg in unser 7. Urlaubsland – Nordmazedonien und haben uns für eine Besichtigung und Übernachtung in Skopje entschieden. Das war gut, denn es war heute mal wieder ein sehr interessanter Tag.

Auf der Fahrt hinter Thessaloniki – eine flache, fruchtbare Gegend – haben wir zum ersten Mal im Leben Baumwollfelder gesehen. Das hätten wir nie gedacht, dass es das hier geben könnte.

Es war nicht weit bis zur Grenze und unser Geldbeutel hat sich gefreut. Nach Spritpreisen von 1,79 Euro in Griechenland tankten wir hier für 1,25 Euro. Zunächst fuhren wir noch durch eine richtig dicke Suppe in den Bergen, aber dann riss der Himmel auf und wir hatten eine gute Sicht auf eine sehr schöne bergige Landschaft mit viel Weinbau. In Skopje hatte unser TomTom Go Navi auf dem Handy das erste Mal Probleme unser Hotel genau zu finden. Es wollte in eine Einbahnstraße einbiegen, auf einer befahrenen Straße plötzlich wenden, wir fuhren 2x einen großen Kreis und waren dann etwas verzweifelt. Dummerweise hatten wir vergessen die Auslandsflatrate zuzugucken, das muss man von einem WLAN aus machen, so hatten wir kein Internet. Zum Glück habe ich es dann zu Fuß entdeckt. So haben wir leider etwas Zeit verloren, aber gut, die Fahrt war ja nur etwas über 2 Stunden. Jedenfalls kam dann auf unserem Spaziergang durch die Neustadt erstmal die Sonne durch und es hatte inzwischen immerhin 14 Grad, aber wir haben ganz schön gefroren. Vor allem als sich die Sonne dann wieder verzog.

Also eine Stadt wie Skopje haben wir noch nicht gesehen. Die Stadt ist gespickt mit heroischen Statuen und gigantischen Gebäuden. Der letzte Präsident hatte ein Investitionsprogramm aufgelegt und hat z.B. zwei Brücken mit Statuen 2013 erst errichtet, genauso wie die protzige Tempelfassade des Archäologischem Museums. Ein echter Irrsinn, wenn man bedenkt wie es zwischendurch dann so aussieht, vor allem auch noch in der Altstadt. Soweit mir bekannt ist, haben sie den Typ auch abgewählt.
Hier mal einige Bilder. Die größte Statue ist Phillip der II., er war der Vater von Alexander dem Großen, der ist mit ihm und seiner Mutter noch als Kind unten auf dem Denkmal abgebildet. Etwas weiter unten in der Stadt steht er dann auch nochmal riesig auf einem Pferd. Die anderen Figuren kenne ich nicht, das muss ich selbst nochmal nachlesen. 2 waren Partisanenkämpfer im Krieg und dann Mitbegründer der neuen Republik, einer ein Bauerführer gegen die Osmanen, den man an der Brücke erhängt hat. Dazu gab es auch noch ein paar neuere kleinere Figuren, einmal wohl eine Maus Nellie, scheinbar eine Kindersendung.

Jetzt mal ein paar Gebäude, Brücken, Kirchen und einem interessanten Angler.

Kitschigerweise haben sie auch noch alte Holzschiffe auf dem Fluss.

Mutter Theresa spielt dann hier noch eine große Rolle, ihr haben sie auch eine Kirche gewidmet. Sie wurde in Skopje geboren.

Es gibt aber unweit der protzigen Häuser auch Verfall und Sanierungsstau.

Aber auch moderne Videowände in alten Gemäuern.

Und so werden in Skopje Bücher verkauft.

Dann ging es in die Altstadt – ein ganz anderes Bild. Am Hang zur Festung war früher das Handwerkerviertel, heute haben sich vor allem Gaststätten breit gemacht. In einer schönen Pinte mit eigener Brauerrei haben wir ein sehr gutes Craftbeer getrunken.


Es gibt aber auch eine Einkaufstraße und dazwischen doch immer wieder noch alte Handwerkerläden.

Sie verkauften auch Heizöfen, das ist wohl auch nicht sehr klimafreundliche mit denen zu heizen.

Aber das irrste war eine Straße mit sehr vielen Juwelieren. Im Reiseführer stand, dass hier auch noch Schmuck gefertigt wird, ich weiß nicht, ob sich das auch auf den Goldschmuck bezieht. Jedenfalls haben wir so etwas noch nicht gesehen und diese Geschäfte fast alles in einer sehr ärmlichen Wohngegend.

Und dann nochmal ein Markt. Wir haben ja schon viele gesehen, aber so etwas noch nicht, er ist riesig, immer geht es nochmal um eine Ecke herum. Schon etwas orientalisch angehaucht und alles mehr oder weniger in türkischer Hand. Sehr interessant hier durchzulaufen. Es gibt einfach alles – sehr viel selbst geschneiderte Hochzeitskleider, Abendkleider, Kostüme, jede Art von Handwerksbedarf, Haushaltsgeräte, Schuhe, Sweatshirts und natürlich Obst und Gemüse. Bei den Ständen, die oft sehr klein waren und es stand jemand davor, wollte ich nicht so viel fotografieren. Es waren sehr viele einfache und auch ärmlich aussehende Leute. So gar nicht zu dem Goldschmuck um die Ecke passend.

Nicht so krass wie in Albanien, aber die sozialen Unterschiede sind schon krass. In der Neustadt Bettler, bettelnde Kinder. Aber es gibt auch schicke BMWs und Mercedes.

In der Altstadt gibt es auch einige Moscheen und einen Hamman, der aber nicht mehr in Betrieb ist.

Am Ende hat uns ein Kellner eine einheimische gemischte Platte für zwei angeboten, was wir gerne mal annahmen. Aber es war wieder zu viel für uns.

So morgen geht es nach Belgrad.